like liquor
Als ich in Wien war neulich, da dachte ich mir das. Es ist eine gute Stadt zum Altsein und Sterben und das meine ich durch und durch positiv. Als alter Mensch ist man hier gut integriert, die Gemächlichkeit der Stadt lässt einen nicht träge fühlen, sondern hat etwas Erhabenes, fast Edles. Der verblichene Glanz vergangener Tage legt auf die Häuser und Straßen einen pudrig melancholischen Filter und nostalgische Verklärung und eine damit einhergehende Schrulligkeit scheint ein akzeptiertes Lebenskonzept zu sein.
Das stelle ich mir ohnehin sehr gut vor, Altsein. Wenn man seine Kauzigkeit nicht mehr ironisch performen und mit “Haha, ja innerlich bin ich einfach ein Greis!” kommentieren muss, sondern einfach innen und außen ein faltiger Sack ist und sich keiner mehr wundert über deine Schrullen.
